Josef Schmid zur Frage der Verkehrszahlen am Flughafen München

Seitens der Dagegen-Initiativen um Katharina Schulze und Dieter Janecek werden immer wieder fälschlicher Weise die Bedarfsprognosen in Frage gestellt. Sie nutzen die gesamtwirtschaftliche “Delle” der Jahre 2009 und 2010, um den Bedarf entgegen allen fundierten wissenschaftlichen Prognosen in Frage zu stellen – ohne eigene Bedarfsberechnungen vorzulegen.

Josef Schmid, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Münchner Stadtrat, hat hierzu auf Anfrage Stellung genommen:

Sehr geehrter Herr Schmid,

ich habe Ihre heutige Antwort an Herrn Hiereth gelesen, in der Sie ihm zum Schluss unterstellen, dass er sich mit Ihrer Antwort sowieso nicht zufriedenstellen würde.
Frage: Kennen Sie Herrn Hiereth persönlich?

Weitere Fragen
Sicherlich ist auch Ihnen nicht verborgen geblieben, dass die realen Zahlen der Flugbewegungen (Sommerflugplan) deutlich hinter den Prognosen der FMG hinterher hinken, siehe z.B. dritte-startbahn-stoppen.de

Meine Fragen:

  • Können Sie einen Gegenbeweis für die vom BUND NATURSCHUTZ veröffentlichten Zahlen antreten?
  • Für den Fall, das Sie dieses Diagramm nicht bestreiten: Wie wollen Sie ernsthaft und seriös ein weiteres starkes Wachstum des Flughafens München der Öffentlichkeit “verkaufen”?
  • Teilen Sie meine Einschätzung, dass, wo die LUFTHANSA kürzlich angekündigt hat, 3500 Arbeitsplätze (davon 2500 in D) abzubauen, zu befürchten ist, dass sie -langfristig betrachtet- sowohl weiteres Personal als auch Flugzeuge zum “Überleben” wird kündigen bzw. verkaufen müssen?

Zur Erinnerung: Das “operative Ergebnis” der DLH weist momentan (nach Steuern) ein Defizit von 397 Mio. € aus (!). Die LUFTHANSA ist Hauptnutzer und -kunde der FMG.

  • Was sagen Sie dazu?

Übrigens: Das Barrel Öl kostet momentan, je nach Sorte, zwischen (ca.) 96 und 112 US$ (siehe z.B. www.finanzen.net). Vor 10 Jahren lag der Preis um über die Hälfte niedriger.
Für die Beantwortung meiner Fragen im Voraus herzich dankend verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
Guido Langenstück (85386 Eching)

Josef Schmid antwortet wie folgt:

Sehr geehrter Herr Langenstück,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Gerne bin ich bereit, zu Ihren Fragen Stellung zu nehmen. Die Bloggerin Frau Dr. Markgraf, auf die Sie verweisen, ist bekannt als engagierte Gegnerin des Flughafenausbaus. Ich kann ihre Einschätzungen in vielen Punkten aber nicht teilen.

Seit der Eröffnung des Flughafens im Jahr 1992 sind die Passagierzahlen nach dem mir vorliegenden Informationen um 280 % gewachsen, von 12 Mio. auf 38,6 Mio. Passagiere. Die damaligen Prognosen gingen von einem Wachstum von bis zu 24. Mio. Passagieren aus.

Die dem Antrag des Planfeststellungsbeschlusses zu Grunde liegenden Prognosen gehen nach Informationen des Flughafens von einem Wachstum bis 2025 von durchschnittlich 3,5 % bei den Passagieren und von 2,8 % bei den Flugbewegungen aus.

Die derzeitigen Zahlen bei den Passagieren werden übertroffen, die Erwartungen bei den Flugbewegungen werden derzeit nicht ganz erfüllt. Prognosen decken aber keine Kurzfristentwicklungen ab, sondern sind langfristig zu betrachten.

Ich teile Ihre Meinung bezüglich der Lufthansa nicht. Ich halte sie grundsätzlich für ein gesundes Unternehmen. Ich bitte aber um Verständnis, wenn ich mich nicht an Mutmaßungen oder Spekulationen über ihre künftige Geschäftspolitik beteilige.

Bezüglich Ihrer Befürchtung den Ölpreises betreffend weise ich darauf hin, dass in der Zeit kurz vor der Finanzkrise die Ölpreise nahezu bei 150 $ pro Barrel lagen. Zu diesem Zeitpunkt wurde so viel geflogen, wie noch nie in der Geschichte der Luftfahrt.

Bei all Ihrer Skepsis zum Ausbau des Flughafens München Franz Josef Strauß bitte ich Sie auch zu berücksichtigen, dass Wachstum nicht ausschließlich in Deutschland stattfindet. Menschen aus aller Welt reisen aus beruflichen oder privaten Gründen zu uns. Darauf sollten wir vorbereitet sein.

Mit freundlichen Grüßen
Josef Schmid, Stadtrat
Fraktionsvorsitzender

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