Ein Monat im Rampenlicht – Was so schön daran war

Manche Erfahrungen sind wirklich interessant und wer bisher nicht auf Facebook, Twitter und anderen Social Media Networks aktiv war – wird es wohl ebenso empfinden.

Vor rund eineinhalb Monaten hatte ich mich für aufgeMUCkt interessiert – nur nur die Positionen, sondern auch für Strukturen und Finanzen. Ich fand es ein wenig merkwürdig, dass genau dies nicht veröffentlicht worden war – wo doch genau dies immer eine Forderung der Organisation und ihrer Trägerin, den Grünen, an Andere war. Was zurück kam waren aber keine Hinweise, wo diese Informationen zu finden waren, sondern patzige, beleidigte Antworten – frei nach dem Motto: was geht Sie so etwas an. Mein Interesse war plötzlich hellwach, denn schien es doch so als hätte jemand etwas zu verbergen. Ein Facebook-Account war kreiiert und auch ein Account bei Twitter angelegt. Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich die zusätzliche Start- und Landebahn begrüsse und sie für notwendig erachte.

Grüne in Panik

Irgendwie schien dies aber den Verantwortlichen bei den Grünen nicht ganz Recht zu sein. Tim Osten beteiligte sich an der Diskussion und schien wohl auch hier irgendwie zu stören – er wurde gesperrt. Zunächst bei aufgeMUCkt und dann auch bei “München gegen die 3. Startbahn”. Bei aufgeMUCkt, dies hatte Tim schon gesehen, bekommt man keine Antwort. Aber bei den Münchner Grünen, die hinter der Bürgerentscheidsorganisation in München stehen, wollte es Tim einfach wissen – und fragte nach, was der Grund für die Sperrung war. Tim konnte es sich nämlich nicht wirklich erklären: er hatte seine Meinung gesagt, etwas normales in einer Demokratie.
Tim erhielt … keine Antwort.  Tim war verwundert, denn er war sich auch keiner Schuld bewusst – und eine Begründung wäre deshalb wirklich das Mindeste gewesen, was er erwarten konnte. Vielleicht hatte er etwas übersehen – wofür es sich zu entschuldigen galt. Keine Antwort, trotz Nachfrage.

Was er erhielt, waren nur einige wenige Informationen von Parteimitgliedern, dass offenbar im Vorstand helle Panik herrschte. Aber warum? War doch auf beiden Dagegen-Seiten eine durchaus rege Diskussion im Gange – etwas anderes hatte Tim auch nicht getan. Intern hatte der Vorstand aber die Anweisung gegeben: keine Auskunft, zu nichts – wir schweigen eisern.

Tim hatte zwischenzeitlich – wie auch andere Pro-Menschen – die Grünen zahlreiche Fehler, Falschmeldungen und Fehlinterpredationen nachgewiesen. Nur hatte Tim zwischenzeitlich “aufgemuckt watch” aufgebaut. Und damit dies auch für jeden sichtbar gemacht – dies schien der eigentliche Frevel zu sein, den Tim verursacht hatte.
Aber Antworten wollte Tim dann doch ein paar und da jeder Politiker bei seiner Eitelkeit zu packen ist, entwickelte Tim die Kunstfigur Dag Burns, der in Trenton NJ für ein Medienbüro arbeitete. Katharina Schulze, sonst schweigsam wie ein Fisch, war gepackt – und gab gerne ein Interview mit ganz offenen Antworten. Man merkte: sie hatte ein Sendungsbewusstsein. Sie beantwortete ganz konkrete Nachfragen bereit willig – selbst vom Irak aus.

Und dann ist Tim den Grünen beigetreten – hatte sich auf der Seite der bayerischen Grünen in das Online-Formular eingetragen. Was folgte: heftige Ausfälle, Krisensitzungen – und noch mehr Reaktionen.

Was so erschreckend war

Tim hätte nicht erwartet, dass sein kleines Projekt eine so grosse Ressonanz auslöst. Die Ressonanz – dies zeigen die Zahlen – war aber eine eingebildete bei den Grünen (Tim wusste dies, die Grünen noch nicht). Die Grünen gerieten in helle Panik scheinbar, so wie sie sich gerierten. Sie fassten es scheinbar als Majestätsbeleidigung auf, dass jemand einfache Fragen auch zu Strukturen hat – die wohl doch relativ einfach zu beantworten sind und auf im Ergebnis gar nicht wirklich spannend hervortreten. Wie hoch der Grad der Nervosität war, zeigte eine Meldung bei den Freisinger Grünen auf:

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe kritische Besucherinnen und Besucher unserer Facebookseite.
Leider wurden auch wir, wie nahezu alle Seiten, die sich derzeit mit dem Thema Dritte Start- und Landebahn beschäftigen, massiv mit Hassreden und Diffamierungen überzogen. Nachdem nun zudem Lügen und Beschimpfungen einzelner Personen hinzugekommen sind, haben wir uns entschieden, diese Kommentare zu löschen und bestimmte Personen zu blockieren.
Wer Näheres dazu wissen möchte, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen.
Wir sehen Facebook weiter als Informationsportal und auch als Möglichkeit, miteinander demokratisch zu diskutieren. Ein offenes Netzwerk birgt aber auch Gefahren. Wir finden es schade, dass wir zu solchen Mitteln greifen müssen.
Der Vorstand der Grünen in Freising

Was hatte Tim getan: er hatte seine Aufnahme bei den Grünen ganz offiziell auf der Facebook-Seite der Freisinger Grünen mitgeteilt – in Kenntnis dessen, dass auch die Landesgeschäftsstelle lediglich die Interessenbekundung bestätigt hatte. Es war nicht wirklich ernst gemeint, aber bei einigen Mitglieder löste es einen Sturm der Entrüstung aus. Während einige Pro-Menschen den Schalk erkannten, war den Grünen nicht zum Lachen zu Mute – zu sehr waren sie bereits erstart in ihrer beleidigten Haltung und auch deshalb schrieb wohl Helga Stieglmeier: “Tim Osten alias Felix Stachelhase, der auch eine infame Website betreibt – alles anonym – wird aber trotzdem gerne geliked auf der Pro-Seite!”
Infam ist vor allem eines: die Haltung der Grünen und insbesondere einer Helga Stieglmeier. Den das Problem ist nicht die Figur Tim Osten, sondern das, was bei den Grünen zu Panik und Krisensitzungen führte: die Angst, die Forderungen am Andere auch für sich selber gelten zu lassen. Tim hatte niemand beleidigt und niemand verleumdet – sondern lediglich die Grundsätze der Grünen angewandt. Er hat sich auf öffentliche Äusserungen berufen und hier ganz konkret nachgefragt. Etwas, was die Grünen bei Wikileaks im Herbst 2010 noch feierten – in Kenntnis, dass hierdurch Menschenleben gefährdet waren.

Offenbar ist es doch so, dass Tim die innerparteilichen Machtkämpfe der Grünen ziemlich durcheinander gebracht hatte. Tim hat aufgezeigt, dass es mit den hehren Grundsätzen der Grünen nicht ganz so weit her ist und dass der gesamte Bürgerentscheid kein Ausdruck von Liebe der direkten Demokratie ist. Es ist für die Grünen ein politisches Kampfinstrument, welches je nach dem wie man es gerade braucht eingesetzt oder bekämpft wird. Kritische Stimmen werden versucht, mundtot gemacht.

Ein einziges Mitglied der Grünen – Maimilian Breu – hat dies sportlich genommen und schrieb in dem schnell gelöschten Thread: “Ich freue mich schon darauf Sie persönlich … kennenzulernen. … Selbst wenn Sie nicht Mitglied sein sollten, schauen Sie doch einfach vorbei und kommen mich besuchen 🙂 Wir können uns gerne über Mimik als Kulturtechnik unterhalten, wie sie in allen Stammesgesellschaften angewandt wurde/wird.” Und schliesslich auf die Meldung des Vorstands über die Sperrung von Tim schrieb: “Schade, jetzt verliere ich meinen neuen, besten Facebook-Fake-Freund. :(” Die etwas beleidigte Mitteilung des Vorstandes: “Schick ihm eine Freundschaftsanfrage!”

Tims Fazit

Tim Osten

Tim´s Fazit ist ein Fazit, welches erschreckend ist: die Grünen nehmen es mit ihren eigenen Grundsätzen dann nicht so genau, wenn es um die eigene Organisation und das Spiel im eigenen Sandkasten geht. Es ist bezeichnend, dass man alle Kräfte aufbietet, andere Stimmen mundtot zu machen – wo man es kann, durch Sperrung und wo man nicht die Hoheit hat, durch Verleumdung und falsche Behauptungen.

Wenn es um die eigene Macht geht, verstehen die Grünen keinen Spass – zu stark sind sie alle auf die bezahlten Jobs beim Staat angewiesen. Manche sind in ihrem Engagement auch einfach nur naiv, wie ein Marc Daniel Heintz – aber dies sind die gemeinen Mitläufer, die noch vom Ideal geprägt sind und deshalb irgendwann ziemlich schnell enttäuscht werden. Die Grünen haben hier wahres Gesicht gezeigt und die Fratze, die dabei zum Vorschein kam, ist alles andere als positiv.

Wenn deshalb Fahndungsaktionen gestartet werden und die Behauptung der Verleumdung oder Hetze erhoben wird, fällt dies auf die Urheber solcher Ausführungen zurück. Sie haben den Sinn einer freiheitlichen Gesellschaft nicht verstanden – und scheinen sogar Gesetzesverstösse für ihre Wühltätigkeit in Kauf zu nehmen. Tim´s Sichtweise, dass die Grünen keine wählbare Alternative sind, wurde bestätigt – im Ergebnis wollen die Grünen nicht die freiheitliche Demokratie, sondern den totalitären Machtstaat. Und dies ist für Tim Osten erschreckend! Denn wenn die Energie nicht mehr in die argumentative Auseinandersetzung, sondern die Bekämpfung anderer Meinungen gesteckt wird – dann ist dies das klassische Beispiel für eine Fehlallokation.

Und wer ist Tim Osten?`

Tim Osten ist in der Tat eine Kunstfigur, der die Wirkungsweisen des Internets sehr gut kennt. Er wohnt jedoch tatsächlich in Freising und kennt auch deshalb die realen Gegebenheiten des Flughafens München sehr genau. Tim Osten wird immer für die Freiheit eintreten und die Freiheit der Meinung verteidigen, auch wenn die geäusserte Meinung nicht die seine ist. Dies ist nämlich der Wert der Gesellschaft, in der Tim Osten lebt.

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