Grosser Schock bei den Dagegen-Aktivisten

Gestern geriet die Dagegen-Initiative in helle Aufregung. Die Bürgerinitiative “JA zur 3. Startbahn” hatte 28 Tage vor dem Urnengang ihren Hauptbotschafter vorgestellt. Nach den zahlreichen Sympathieträgern, die das breite Bündnis bereits präsentieren konnte, wussten auch die Dagegen-Aktivisten, dass sie kaum noch etwas entgegen setzen konnten – hatten sie doch niemand gefunden, der sich gegen den Bau der 3. Startbahn aussprechen konnte.

Es war: Hans-Jochen Vogel, der Alt-Oberbürgermeister, der über alle Parteigrenzen hinaus eines der höchsten Ansehen geniesst. Vogel hatte zuletzt durch seinen Umzug in ein Altenheim sich erneut als volksnaher Politiker gezeigt. Mit Vogel hatten sich zudem alle noch lebenden Alt-Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt für den Bau des Infrastrukturprojektes ausgesprochen. Vogel zum Bau der 3. Startbahn:

Die Grundlagen für den Ausbau des neuen Münchner Flughafens wurden schon in meiner Amtszeit als damaliger Oberbürgermeister gutgeheißen. Sie sahen ursprünglich sogar vier Startbahnen vor. Das ist jedoch durch die zwischenzeitliche Entwicklung der Flugzeuggrößen überholt. Aber drei Startbahnen benötigt der Flughafen tatsächlich, nachdem die bisher realisierten zwei Bahnen ihre Kapazitätsgrenze deutlich erreicht haben. Es muss deshalb jetzt entschieden werden, ob von der ursprünglich ins Auge gefassten weiteren Startbahn abgesehen oder ob sie gebaut werden soll.
Ich kann nachvollziehen, dass die unmittelbaren Anlieger gegen den Bau der Startbahn Bedenken erheben. Aber diese Bedenken müssen gegen die Nachteile abgewogen werden, die gerade für München – und zwar nicht nur für die Stadt, sondern für die ganze Region – entstehen, wenn die dritte Bahn nicht gebaut wird. Und die wiegen schwer. Denn es geht um die optimale Verbindung Münchens mit der Welt, es geht um die weitere wirtschaftliche Entwicklung unserer Region und es geht um Arbeitsplätze, die in großer Zahl von dieser Entwicklung abhängen.

Der Alt-Oberbürgermeister zeigte einmal mehr, dass es nicht einfach nur um die Verfolgung von Wirtschaftsinteressen geht. Vielmehr ist der Bau der 3. Startbahn ein wohlabgewogenes Vorhaben zwischen den Interessen von Anwohnern und Gesamtgesellschaft.

JA-Hauptbotschafter Hans-Jochen Vogel, Münchens Alt-Oberbürgermeister

JA-Hauptbotschafter Hans-Jochen Vogel, Münchens Alt-Oberbürgermeister

Über drei Stunden dauerte es, bis eine erste Reaktion überhaupt möglich war, für die Aktivist Marc Daniel Heintz (alias Katja Seifert) ausgewählt wurde:

Endlich hat man eine Respektsperson gefunden, ist jedoch für die Meinungsfindung unerheblich.

Man traute sich nicht, gegen Vogel in Stellung zu gehen – was noch bei den Sängern Marianne & Michael und Wolfgang Fierek möglich schien, über die sich ein Schwall von Spott und Häme ergoss. Die sonst so verlautsbarungsfreudigen Meinungsführer Katharina Schulze und Dieter Janecek schwiegen hingegen den ganzen Tag zu tief sass der Schock. Die Dagegen-Aktivisten der zweiten Reihe, die an diesem Tag vorgeschickt wurden, versuchten es mit Beschwichtigung: eine Meinung unter vielen, aber ohne besonderen Belang. Und sie versuchten im Laufe des Tages eine Gegenstimme gegen Vogel in Stellung zu bringen: Christoph Süss. In einem undatierten Zeitungsausriss sprach sich der Moderator des Bayerischen Rundfunks gegen den Bau der 3. Startbahn aus – auch wenn es eigentlich bloss eine Nebenbemerkung in einem längeren Interview war.

Die Dagegen-Aktivisten merken, dass ihnen die Felle davon schwimmen.

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